China Study – Pflanzenbasierte Ernährung als Allheilmittel?

Ich werde oft auf die in den 70ern und 80ern durchgeführte China Study angesprochen, die unter besonderen Bedingungen durchgeführt wurde. Damit dieser Blogbeitrag nicht den Rahmen sprengt, gehe ich nicht im Detail darauf ein, was genau die China Study ist und was diese auszeichnet. Einfach bei Wikipedia nachlesen, wem die Studie nicht vertraut ist. 😉
Das in China regierende Regime und die „Freiwilligkeit“ der Probanden hatten großen Einfluss auf diese Studie. Meiner Kenntnis nach lagen die dort vorhandenen Bedingungen danach zu keiner Zeit in der westlichen Welt vor.
Daher ist eine originale Nachahmung der China Study in der westlichen Welt unmöglich.
Die China Study hat sehr großes Aufsehen erregt. Dieses Aufsehen hat Befürworter, aber auch Gegner auf den Plan gerufen.
Insbesondere Veganer stehen hinter der China Study. Die fleisch- und milchverarbeitende Industrie stehen sicherlich auf der anderen Seite.
Dadurch wurden Studien unterstützt, die keinen deutlichen Unterschied zwischen Ernährungsgewohnheiten und dem Auftreten von Krankheiten zeigten.
Die umfassende Datenerhebung der China Study würde ein immenses Budget erfordern, um es in der westlichen Welt zu reproduzieren.
So gibt es in Westeuropa und Nordamerika Studien zu diesem Thema mit konkreten Einzelbetrachtungen, z.B. vegane Ernährung und Brust- oder Dickdarmkrebs.
Auch hier scheinen die Studien nicht so eindeutig zu sein, wie die China Study. Aus meiner Sicht ist die China Study in diesem Umfang nicht wiederholbar.
Prof. T. Colin Campbell legte den Zusammenhang zwischen tierischem Eiweiß und Krankheitsentstehung dar. Zum Vergleich herangezogene Studien unterlagen dem Fehler, dass die Einnahme tierischer Fette im Zusammenhang mit Krankheitsentstehung betrachtet wird.Z.B.: Alexander DD, Morimoto LM, Mink PJ, Lowe KA.: Summary and meta-analysis of prospective studies of animal fat intake and breast cancer. 
Wie die Blutgruppendiät anschaulich macht, zeigen Träger der Blutgruppe 0 einen erhöhten Bedarf Fleisch zu haben. Die China Study enthält diese Differenzierung nicht.


Fazit: Die China Study, welche als Buch erschien und nur ein Teil davon von der Studie in China handelt, hat die Gedanken der Welt über den Zusammenhang von Ernährung und Krankheiten aufgerüttelt und in vielerlei Hinsicht zum Nachdenken angeregt. Was ein jeder aus dieser Erkenntnis macht, sei ihm selbst Überlassen. Das Buch zur China Study bekommst du übrigens hier.

Aktuelle Studien, die der China Study nachempfunden wurden:
Die Adventist Health Study ist eine Serie von Studien der Loma Linda Universität aus Kalifornien. Bereits in den Siebziger und Achtziger Jahren wurde gezeigt, dass Vegetarier länger leben als Nicht-Vegetarier: Frauen hatten eine 4,4 Jahre und Männer eine 7,3 Jahre höhere Lebenserwartung im Vergleich zur kalifornischen Bevölkerung. Dies wurde jetzt noch deutlich übertroffen. Seit 2002 läuft die unabhängige Adventist Health Study-2, welche vom National Cancer Institute, National Institutes for Health, US-Landwirtschaftministerium und World Cancer Research Fund finanziert wird.

Die Adventisten-Gesundheitsstudie 2
Am 7. Oktober 2012 präsentierte der leitende Wissenschaftler und Arzt, Gary E. Fraser, die dramatischen Zwischenergebnisse der Studie auf der Konferenz & Expo für Lebensmittel und Ernährung an der Akademie für Ernährung und Diätetik: Die männlichen Vegetarier der Adventisten werden durchschnittlich 83,3 Jahre alt und die vegetarisch-lebenden Frauen 85,7 Jahre – das sind 9,5 beziehungsweise 6,1 Jahre länger als die restliche kalifornische Bevölkerung, erklärte Fraser. Diese Ergebnisse zeigen noch deutlicher als zuvor, dass gesundheitsbewußte Vegetarier deutlich länger leben und gesund bleiben.

Weitere Ergebnisse der Adventist Health Study 2:

  • Veganer (reine Pflanzenköstler) sind im Durchschnitt 13,6 kg leichter als Nicht-Vegetarier.
  • Veganer haben einen um fünf Einheiten niedrigeren BMI als Nicht-Vegetarier.
  • Vegetarier und Veganer sind weniger insulinresistent als Nicht-Vegetarier.
  • Veganer haben am wenigsten Bluthochdruck und das geringste Risiko für Typ-2-Diabetes. 
  • Im Vergleich mit Pflanzenköstlern haben Nicht-Vegetarier, die Fleisch essen, ein viermal so hohes Risiko, Typ 2-Diabetes mellitus zu entwickeln. 
  • Die Blutwerte von C-reaktivem Protein (Entzündungsmarker), IGF-1 (Wachstumsfaktor) und Insulin waren bei Vegetariern niedriger.
  • Schlanke machen häufiger regelmäßig Sport, essen pflanzlich und vermeiden Zigaretten im Vergleich zu übergewichtigen Personen. Dies weist darauf hin, dass zahlreiche Faktoren die Gesundheit der Studienteilnehmer verstärken.

Nicht nur das Weglassen von Fleisch wirkt sich positiv aus. Auch Gemüse, Obst, Nüsse und Hülsenfrüchte, die von Vegetariern häufig verzehrt werden, können per se das Risiko für Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes senken und die Gewichtskontrolle und Gehirnfunktion verbessern, berichtet die Loma Linda Universität. Insgesamt hatten die Vegetarier eine gesündere Lebensweise, die zu diesem einmaligen Ergebnis mitbeiträgt.

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