Plastik – Fluch und Segen zugleich?

In den letzten achtzig Jahren ist Plastik ein zunehmend wichtiger Teil unseres Lebens geworden. Eine Welt ohne Plastik ist für viele von uns kaum vorstellbar. Plastik ist allgegenwärtig und natürlich vereinfacht und verbessert es unser Leben auch in vielen Bereichen. Kaum ein anderes Material ist so vielseitig anwendbar: Du kannst dein Essen darin frisch halten, deine Einkäufe verpacken und transportieren, medizinische Produkte wie Tabletten und Co. werden in Blistern sicher verwahrt und haltbar gemacht und selbst bei der Herstellung deiner Kleidung wird auf Plastik nicht verzichtet.

Aber bei all den positiven Dingen, die der Kunststoff in unser Leben bringt, gibt es natürlich auch eine Schattenseite und die hat es in sich. Sobald es um den biologischen Abbauprozess geht, wird deutlich, dass Plastik einfach kein natürliches Material ist. Bakterien, die für die Zersetzung zuständig sind, und alle möglichen Stoffe zersetzen, machen um das Synthetikmaterial einen großen Bogen. Dementsprechend lange dauert es, bis Plastik abgebaut ist. Je nach Zusammensetzung kann es bis zu tausend Jahre dauern bis sich das Material zersetzt hat. Laut dem Mote Marine Lab des U.S. National Park Service braucht eine Plastiktüte aus dem Supermarkt um die 40 Jahre, eine Plastikflasche wiederum ca. 450 Jahre um vollständig zersetzt zu werden. 
Zum Vergleich: Eine Bananenschale braucht etwa zwei Jahre, Papiertüten um die sechs Wochen und ein Kaugummi ganze fünf Jahre.

Schauen wir uns den Abbauprozess von Plastik einmal etwas genauer an: Der Kunststoff wird bei einem Vorgang namens Photodegration durch UV-Strahlen langsam aber sicher in immer kleinere Teile zerlegt. Wie WissenschaftlerInnen der japanischen Universität Nihon in Chiba herausgefunden haben, lassen sich Plastikstücke im Ozean, durch das viele Sonnenlicht, relativ schnell zersetzen. Das mag im ersten Moment wie eine gute Neuigkeit klingen, ist es allerdings nur eingeschränkt und erklärt ein weiteres Problem, unter dem nicht nur die Umwelt, sondern auch wir Menschen immer mehr zu leiden haben: Das Mikroplastik.

Das Zerfallen des Kunstoffs in mikroskopisch kleine Teile ist nämlich die Ursache hierfür. Nicht nur das reine Mikroplastik ist die Belastung, sondern vor allem sind es die darin enthaltenen toxischen Chemikalien, wie zum Beispiel Bisphenol A (BPA). Diese breiten sich langsam im Meereswasser aus, werden dort von Tieren aufgenommen, wieder an Land gespült und nehmen so ihren Lauf durch unser Ökosystem inklusive uns Menschen.

Der Weltkonzern Coca-Cola führte als erster in dem vereinigten Deutschland im Jahre 1990 eine PET-Flasche ein. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Schwangeren und stillenden Frauen abgeraten wird, aus Plastikflaschen zu trinken, da eine hormonähnliche Wirkung auf das Ungeborene und auf das Baby nicht auszuschließen seien. Ein Erwachsener jedoch sei vermutlich so resistent, dass er damit beschwerdelos umzugehen vermag. Oder doch nicht? Unbewiesen ist bislang noch, ob Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen, faciale Hautrötungen, Abgeschlagenheit, Konzentrationsverlust und Durchblutungsstörungen mit Mikro- oder Nanoplastik und / oder Weichmachern in Verbindung gebracht werden können. Durch die Aufmerksamkeit, die den winzigen Plastikteilen in letzter Zeit in den Medien zuteil wurde, ist dir Mikroplastik bestimmt auch ein Begriff. Aber nicht nur, dass du schon einmal davon gehört hast, nein, du selbst nimmst jeden Tag ohne es zu wollen Nano- und Mikropartikel an Kunststoff zu dir: Über Nahrungsmittel wie Fisch, Meersalz, Honig und sogar Mineralwasser gelangt es in dein System und selbst die Luft, die du atmest, ist nicht frei davon.

Welche genauen, gesundheitlichen Risiken mit der Einnahme von Mikroplastik verbunden sind ist noch umstritten, Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass durch das Eindringen in die körpereigenen Zellen, Entzündungen entstehen können, das Lungengewebe angegriffen werden kann, der Magen-Darm-Trakt darunter leidet und sogar das Wachstum und die Fortpflanzung beeinträchtig werden können.

So schlimm sich das auch erst einmal anhört, solltest du dir an dieser Stelle die Frage stellen, was du selbst tun kannst, um dein Leben plastikfreier zu gestalten. Oft sind es die kleinen Dinge, die viel bewirken können. Wie wäre es mal mit einer Plastik-frei Challenge für 4 Wochen? Du wirst dich wundern, wie schwer es ist, ohne den Kunststoff auszukommen, aber es wird dein Bewusstsein verändern und außerdem wirst du richtig kreativ werden müssen, um diese Herausforderung durchzuhalten. 😉

Hier noch ein paar Anregungen und dann würde ich sagen, los geht’s mit deinem neuen, Plastik-reduzierten Leben!

  • Verzichte so gut es geht auf Plastiktüten, auch die Obsttüten im Supermarkt kann man prima gegen Mehrwegbeutel austauschen
  • Achte beim Kauf von Kosmetika und Co. darauf, dass bei den Inhaltsstoffen möglichst keine der folgenden Abkürzungen auf der Inhaltsliste aufgeführt sind: PA, PE, PET, PMMA, PP, PQ, PS, PUR, Nylon-6 und Nylon-12
  • Take away und Coffee to go gehört dazu, aber wie wäre es z.B. mit einem Mehrwegbecher?
  • Bei Kleidung auf Naturmaterialien statt auf Polyester und Fleece setzen
  • Öfter mal zum Wochenmarkt oder in einen Unverpacktladen
  • Sprich mit denen Freunden und deiner Familie über dieses Thema und versuche, ein Bewusstsein dafür zu schaffen
  • Zwar etwas beschwerlicher, doch warum nicht ein wenig Sport treiben beim Schleppen von Glasflaschen in Kisten, denn ohnehin besteht die Möglichkeit, dass der Weichmacher in den PET-Flaschen deine Muskeln vielleicht auch weich machen kann? Selbst der renommierte Spiegel online rät zu Glasflaschen.

Solltest du doch das Gefühl haben, dass dein Leben bisher keinen Bogen um das Nanogift machen konnte, so helfe deiner Leber, damit besser umgehen zu können. Eine Leberreinigung, begleitet von einem Therapeuten oder in einer Fastenklinik durchgeführt, verhilft dir, einen Großteil anderer, nicht in den Körper gehörender Stoffe los zu werden, so dass unser größtes Entgiftungsorgan auch gleich versuchen kann, Nanokunststoff los zu werden. Bitte vereinbare keine Termine die nächsten Stunden nach Beginn einer Leberreinigung, da der durchschlagende Erfolg dich veranlassen könnte, etwas länger ein stilles Örtchen aufzusuchen.

Wie immer sind hier für alle die tiefer in das Thema eintauchen wollen ein paar weiterführende Links und Quellen:

Wright, S. L.; Kelly, F. J. (2017): Plastic and Human Health: A Micro Issue?https://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/acs.est.7b00423

Umweltbundesamt (2016): Mikroplastik in Kosmetika – Was ist das?https://www.umweltbundesamt.de/themen/mikroplastik-in-kosmetika-was-ist-das

Neufeld, L., Stassen, F., Sheppard, R., & Gilman, T. (2016). The new plastics economy: rethinking the future of plastics. In World Economic Forum. http://www3.weforum.org/docs/WEF_The_New_Plastics_Economy.pdf

Oliveira, M. and Almeida, M. (2019). The why and how of micro(nano)plastic research.
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0165993618304308

Li, W. and et al (2016). Plastic waste in the marine environment: A review of sources, occurrence and effects.
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/

Spiegel online (25.11.2017 13:07 von Anna Hegeler): https://praxistipps.focus.de/weichmacher-in-plastikflaschen-das-sollten-sie-wissen_97719

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