Schöne Nägel, gute Gesundheit

In Moldawien gibt es ein interessantes Sprichwort: „Möchtest du eine Frau ehelichen, so achte auf ihre Fingernägel.“

Auch bei uns florieren Nagelstudios, um die Fingerenden in einem besseren Licht dastehen zu lassen. Aber hast du dich einmal gefragt, warum und was genau es mit diesem Hype um einen eigentlich recht kleinen Teil unseres Körpers zu tun hat?

Die Antwort hierauf ist kurz: Die Fingernägel spiegeln den Gesundheitszustand eines Menschen wieder. Brüchige Nägel, eingerissene Haut, Querrillen oder ganz banale Lufteinschlüsse zeigen auf, wie es im Inneren aussieht. 

Aber wieso ist das so? Auch nach Wochen lässt sich mittels Haaranalyse herausfinden, ob jemand Drogen konsumiert hat. Die Fingernägel sind gleichfalls ein Spiegel der Ernährung der letzten Wochen. Wir essen, also sind wir. Doch Essen alleine reicht nicht aus, um den Körper im Funktionsmodus zu halten. Es braucht auch eine anständige Verdauung. Und hier trennt sich schon die Spreu vom Weizen. Unsere Eingeweide brauchen Verstärkung. Diese kommt von den Nerven, die unser Verdauungssystem durchziehen. Hauptakteur ist ein herumschweifender Nerv, der Nervus vagus. Als Vagabund wahrlich nicht zu degradieren, hilft dieser Nerv in einer so ruhigen und wunderbaren Weise, unser Essen mit einer Seelenruhe zu zerkleinern, einzuspeicheln, aufzulösen und durch die Darmwand aufnahmefähig zu machen. Der Vagusnerv gehört zum sogenannten Paraysmpathikus. Ein Nervenkonstrukt, welches in Ruhe, beim Schlafen und bei tiefer Entspannung aktiv ist. Sein Gegenspieler heißt Sympathikus. 

So freundlich er sich auch anhört, so hat er doch einige Schwächen. Eine ist, dass er den Parasympathikus in seiner Funktion unterdrückt. Nicht so nett, doch beides geht zeitgleich nicht.

Den Sympathikus brauchen wir, wenn wir flüchten wollen, wenn wir hart körperlich arbeiten, wenn wir kämpfen oder eine Fahrradtour machen. Danach sollte Ruhe einkehren und unser Parasympathikus kann für Entspannung sorgen. Das wäre der Idealfall. 

Doch wie sieht die Wirklichkeit aus? Viel zu viele Menschen stehen unter Dauerstress. Ein Termin hier, ein anderer dort. Eine Herausforderung hier, eine andere dort. Einflüsse, die Angst auslösen prasseln durch die Medien in platzregenartigen Güssen auf uns ein. Und schwups freut sich unser Sympathikus, kann er doch die notwendige Vorbereitung treffen, dieser Angst zu begegnen, z.B. durch Weglaufen. 

Nun hat es unser Unterbewusstsein nicht so mit Geografie und fasst selbst einen Taifun in fernen Ländern als Bedrohung vor der Haustür auf. Und anstatt brav dem Parasympathikus in einer Seelenruhe den Vortritt zu lassen, schlägt der Sympathikus Daueralarm. 

Kommen wir zurück zum Darm. Ein jeder kennt das Phänomen, wenn er vor einer wichtigen Prüfung stand, dann durfte dem Gang zur Toilette noch rasch eine Darmentleerung folgen. Danach gab es erst mal sympathische Ruhe im Darm. Will heißen, wer unter Stress steht, kann nicht verdauen. Also bitte das üppige und insbesondere fettige Mahl vor einer Stresssituation dringend meiden. Es bliebe nur schwer im Magen liegen. 

Heutzutage leiden wir jedoch unter Dauerstress. Ansprüche auf der Arbeit, Anforderungen des Partners, der Kinder und dann noch der Haushalt. Es bleibt kaum noch Zeit für sich selbst und man funktioniert nur noch. Ein hochgradiges Alarmsignal! Hier hat der Sympathikus die Oberhand gewonnen. Der Dauerstress hat Einzug gehalten und an Entspannung der parasympathischen Art ist nicht mehr zu denken. Da jetzt der Darm einen Dauerbefehl bekommt, doch bitte Ruhe zu geben, bleiben so einige Nahrungsbrocken unverdaut im selbigen stecken, und das nächste Alarmsignal lässt grüßen, die Darmverstopfung. Auch Obstipation genannt. Rien ne vas plus – nichts geht mehr. Folglich mangelt es an der Aufnahme so wichtiger Stoffe, wie Vitamine, Spurenelemente oder Mineralstoffe. 

Doch diese braucht der elegante Fingernagel von Welt zum Wachsen und um stabil zu bleiben. Periodische Verdauungsstörung erscheinen dann in Form von Querrillen auf den Nägeln. Auch Eindellungen sind möglich. Hier können noch so viele Nahrungsergänzungsmittel geschluckt werden, sollte der Darm auf stur geschaltet haben, gelangen diese gewiss nicht an ihren Zielort. Somit hat jemand mit brüchigen, instabilen und unschön aussehenden Fingernägeln ein inneres, ein Stressproblem. 

Die ideale Lösung für die Nägel, und auch den Mensch in seiner Ganzheit, wäre ein gezieltes Stressabbauprogramm: Mentaltraining, Sport, Strukturänderungen im Lebensumfeld, Psychotherapie oder ein Derase-Coaching.

Aber noch ein ganz anderes Phänomen hinterlässt unschöne Spuren und fügt zu den sogenannten Uhrglasnägeln. 

Was hat es damit auf sich? In früheren Zeiten trugen die Herren Uhren, die an einer Kette hingen und in der Tasche verschwanden. Diese Taschenuhren hatten Gläser, die nach oben gewölbt waren, die Uhrengläser. Ähnlich könnten die Fingernägel rund und nach oben gewölbt aussehen. Dahinter verbirgt sich sehr oft ein Problem des Sauerstofftransports. Da die Fingerendkuppen sehr weit vom Rumpf entfernt sind, leiden sie unter dem Problem, nicht ausreichend versorgt zu werden. So hat Mutter Natur den grandiosen Trick ersonnen, bei jedwedem Problem die Durchblutung der Finger zu steigern. Dieses kennen wir von einer Schneeballschlacht ohne Handschuhe. Nach kurzer Zeit sind die Hände knallrot, obgleich sie durch die Kälte doch eigentlich blau werden sollten, aber das kommt später. Erst einmal wird die Durchblutung extrem gesteigert, was durch eine Erweiterung der Fingerblutgefäße erfolgt. 

Die Finger sind sehr empfindlich auf einen Sauerstoffmangel. Liegt ein solcher im Blut vor, wird es für die Finger eng. Sie öffnen wieder ihre Blutgefäße und schon kommt mehr Durchblutung in die Endglieder. 

Doch wie kann es zu einem Sauerstoffmangel kommen? Ganz einfach, entweder die Lunge hat einen Schaden, oder das Herz leidet unter einem Loch in der Herzscheidewand (oft angeboren) oder das Blut ist nicht in der Lage ausreichend Sauerstoff zu transportieren. Ein guter  Arzt ist in der Lage, diesem Problem schnell auf die Schliche zu kommen. Was passiert jetzt? 

Ein Sauerstoffmangel führt zur Öffnung der Fingergefäße, das wiederum führt zur Mehrdurchblutung der Finger, was dazu führt, dass die Finger mehr Nährstoffe erhalten und  anfangen zu wachsen. Sie werden dicker, dadurch schwellen sie an und die Fingernägel wölben sich langsam und langfristig nach oben. Ein Uhrglasnagel ist entstanden. 

Und das an den meisten Fingern. Die Fingerendglieder sind verdickt und erinnern an die Trommelstöcke eines Trommlers, daher ihr Name: Trommelschlägelfinger.

Eine Besserung könnte langfristig durch Chlorophyll erreicht werden, da dieser Blattfarbstoff dem Sauerstofftransporter, unserem Hämoglobin sehr ähnelt, wird es leicht in diesen umgewandelt und schon kann O2 wieder in die Finger gelangen und der Mehrdurchblutung eine Ende bereiten. Trotzdem ein etwaiges Lungen- oder Herzproblem unbedingt beim Arzt abklären lassen.

Menschen mit Schuppenflechte, der Psoriasis zeigen am Nagel deutliche Grübchenbildungen. Hier scheitert das Immunsystem. Es liegt eine Dauerentzündung mit Bildung freier Radikale vor. Eine gute Möglichkeit die Genesung zu unterstützen sind hier Antioxidantien, wie Vitamin E oder der Traubenkernextrakt, OPC.

Mit etwas Geduld wächst das Problem bei einer Wachstumsgeschwindigkeit von 0,5 bis 1,2 Millimetern pro Woche recht bald heraus.

Vielleicht hilft auch die Methode des buddhistischen Mönchs, der seine Nägel regelmäßig krallenartig einer Katze gleich an einem Stück Holz wetzte und damit deren Stabilität mechanisch stärkte. Den Erfolg meiner Empfehlungen erkenne ich meist daran, dass plötzlich ein Kratzbaum neben dem Fernsehsessel steht, ohne dass irgendein vierbeiniger Kratzfreund der Familie angehört.

Quellenangaben:

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Nagel_(Anatomie)
  2. www.derase.academy
  3. https://vidaphyll.com/liquid-chlorophyll-anti-aging/

Hat dir gefallen? Dann lass' andere daran teilhaben!

2 Gedanken zu „Schöne Nägel, gute Gesundheit“

Schreibe einen Kommentar